Intensiv arbeitet der Evangelische Kirchenkreis Aachen seit etwa einem Jahr an Schritten zur Haushaltskonsolidierung, Neuausrichtung und weiteren Fokussierung seiner Arbeit. So wurde auf der Kreissynode am vergangenen Wochenende in Aachen, bei der rund 100 Delegierte aus den evangelischen Kirchengemeinden und Einrichtungen tagten, eine notwendige Entscheidung für die Zukunft getroffen: Das Jugendgästehaus Monschau soll bis spätestens 1.1.2027 geschlossen und verkauft werden.
Evangelischer Kirchenkreis auf dem Weg zur Haushaltskonsolidierung
Kein einfacher Beschluss
„Dies ist kein einfacher, aber ein notwendiger Beschluss und wir haben in der Debatte durchaus miteinander gerungen“, sagte Superintendentin Pfarrerin Verena Jantzen nach der Abstimmung. „Die wichtige Jugendarbeit, die wir leisten, wird an anderen Orten weitergehen. Die für das Jugendgästehaus anstehenden Sanierungsarbeiten würden den kreiskirchlichen Haushalt allerdings zu sehr belasten.“ Das Jugendgästehaus Monschau, gelegen oberhalb der Altstadt des Eifelortes, ist seit 1954 in Besitz des Evangelischen Kirchenkreises Aachen. Nach Umbauten und Erweiterungen in den 1970er und 1980er Jahren verfügt es über einen Gebäudeteil mit 12 Zimmern und 33 Betten sowie ein Seminarhaus. Es wurde vor allem von kirchlichen Konfirmanden- und Jugendgruppen genutzt, zuletzt aber immer mehr auch für externe Gäste geöffnet.
Notwendige Sanierung nicht finanzierbar
Experten hatten nach Voruntersuchungen bestätigt, dass ein sehr hoher finanzieller Einsatz für absehbare Umbauten und Ertüchtigungen des Gebäudes in den nächsten Jahren erforderlich werden würde. Nicht nur dadurch sei ein kostendeckender Betrieb des Hauses nicht erreichbar. „Wir müssen ganz deutlich sagen, dass Versäumnisse von Personen nicht der Grund für den nun festgestellten Sachstand sind“, betonte Pfarrer Jens-Peter Bentzin, der bei der Synode zu dem Thema sprach. „Im Gegenteil: Wir sind sehr dankbar und haben einen großen Respekt vor dem Engagement und der Leistung, welche die Verantwortlichen für das Jugendgästehaus über die vergangenen Jahre eingebracht haben. Unsere herausfordernde wirtschaftliche Situation zwingt uns zu einem verantwortlichen Umgang mit unseren Ressourcen. Daher werden wir das Jugendgästehaus verkaufen und die Jugendarbeit so ausrichten, dass Veranstaltungen an neuen Orten stattfinden werden.“
Keine betriebsbedingten Kündigungen
Durch die geplante Schließung wird es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen. Superintendentin Jantzen sagte, es sei sehr wichtig zu sehen, dass Aufenthalte im Jugendhaus nur ein Teil der kreiskirchlichen Jugendarbeit seien und dass diese Arbeit schon immer an vielen verschiedenen Orten im ganzen Kirchenkreis stattfinde. In ihrem Jahresbericht an die Synode hatte die Superintendentin bereits hervorgehoben, dass der Blick in eine Zukunft mit reduzierten finanziellen Ressourcen zwar fordernd und nicht immer leicht sei, dass dies aber der Lebendigkeit des kirchlichen Lebens keinen Abbruch tun würde: „Wir gründen uns nicht auf Geld und Steine! Sondern auf Jesus Christus und auf die Menschen, die sich mit uns für unsere Kirche engagieren. Die gemeinsam mit uns auf Menschen zugehen und für die wir da sind. Lebendige Kirche ist überall möglich.“
Text: Evangelischer Kirchenkreis Aachen










